Was wirklich geschah

720’000 Franken, leere Klassenzimmer, angeblich sinkende Schülerzahlen. So wurde die Schliessung der Schule Unterbach verkauft.

Doch interne Dokumente zeichnen ein anderes Bild: falsche Kostenannahmen, fehlende Schulraumstrategie, verweigerter Dialog – und ein Entscheid, der teurer werden könnte als der Weiterbetrieb.

Eine umfassende Recherche in Text und Video.

Um was geht es

Es geht um unsere Kinder

Unsere Kinder stehen im Mittelpunkt – oder sollten es zumindest. Doch während wir uns als Eltern für ihr Wohl und ihre Bildung einsetzen, scheint für die Schulpflege vor allem der finanzielle Aspekt im Vordergrund zu stehen. In den Dokumenten der Schulpflege ist spätestens ab 2022 ersichtlich, dass die finanzielle Situation zu Problemen führen wird.

Kleine Schule – Grosse Chance!

Die Schule Unterbach bietet unseren Kindern nicht nur einen Ort des Lernens, sondern auch eine familiäre Gemeinschaft, Geborgenheit und optimale Lernbedingungen. Ein überschaubares Umfeld ermöglicht individuelle Förderung und ein starkes soziales Miteinander – ein unschätzbarer Vorteil, den viele grössere Schulen nicht bieten können.

Es braucht ein ganzes Dorf (eine ganze Aussenwacht) um ein Kind gross zu ziehen

Eine Schulschliessung betrifft nicht nur den Schulweg, sondern auch die emotionale Sicherheit, die sozialen Strukturen und die Entwicklungsmöglichkeiten der jungen Generation. Bei der Entscheidung über eine Schulschliessung dürfen nicht nur Zahlen eine Rolle spielen – das Wohl der Kinder muss im Vordergrund stehen – vor allem dann, wenn eine Schule geschlossen werden soll und dem Steuerzahler durch die Schliessung nicht weniger, sondern mehr Kosten entstehen.

Um das geht es

In Kürze

Die geplante Schliessung der Schule Unterbach bedeutet weit mehr als das Ende einer über 170 Jahre alten Bildungseinrichtung – sie zerstört das soziale Herz der Aussenwacht. Dieser Ort war stets mehr als eine Schule: Er war ein Zentrum für Gemeinschaft, Begegnung und Zusammenhalt. Familien, Nachbarn und insbesondere die Kinder würden ihren vertrauten Treffpunkt verlieren, was das soziale Gefüge massiv schwächen und die Distanz der „Zwei-GemeindeAussenwacht Unterbach“ erheblich belasten würde.

Seit Generationen haben hier Kinder das Lesen und Schreiben gelernt, unzählige Stunden auf dem Pausenplatz verbracht – nicht nur während der Schulzeit, sondern auch in der Freizeit. Die Schliessung würde Freundeskreise, Geschwister und Nachbarschaften auseinanderreissen. Wo bleibt da das Wohl unserer Kinder und der ganzen Aussenwacht Unterbach?

In Hinwil ist der Schulraum ohnehin bereits knapp – und dennoch soll nun weiterer Schulraum geschlossen werden? Diese Massnahme führt nicht nur zu zusätzlichem Platzmangel, sondern nimmt womöglich auch den Kindern im Dorf die Möglichkeit, wohnortsnah zur Schule zu gehen.

Die Tagesschule hat die Region bisher für Familien attraktiv gemacht. Doch ohne Schulstandort würde sich das schlagartig ändern – die Folge wäre eine rasche Überalterung, die das Dorfleben nachhaltig schwächen würde. Ist das wirklich der Weg, den wir einschlagen wollen? Sollen wir nicht nur eine Schule, sondern das Herz unseres dörflichen Zusammenlebens aufgeben? Und all das im Namen vermeintlicher Sparmassnahmen, die sich letztendlich gar nicht als Einsparungen erweisen. Im Gegenteil: Die Schliessung der Schule Unterbach wird für den Steuerzahler zu höheren Kosten führen.

Die weitreichenden Folgen der Schulschliessung

Konsequenzen

Situationsanalyse

Ein Blick auf die Argumentensammlung genügt, um die Tragweite der Fehlentscheidung zu erkennen. Vor allem im direkten Vergleich mit dem Beschlussprotokoll der Schulpflege vom 05.12.2024 wird deutlich, wie gravierend und kurzsichtig die Entscheidung ist. Es scheint, als würde hier nach den Prinzipien der Finanzwelt gehandelt – wo Zahlen über Menschen gestellt werden. Das Tragische daran: Für die Steuerzahlenden bringt die Entscheidung keine Ersparnis, die negativen Folgen für die Aussenwacht Unterbach sind jedoch enorm.

Sparen um jeden Preis? Warum die Schliessung der Schule Unterbach den Steuerzahler teuer zu stehen kommt – Jahr für Jahr! Die Entscheidung zur Schliessung der Schule Unterbach ist ein krasser Fehlentscheid der Schulpflege. Sie basiert auf unvollständigen und teils fragwürdigen Berechnungen, während wichtige Faktoren – wie die langfristigen Kostenfolgen und sozialen Auswirkungen – völlig ausser Acht gelassen wurden.

Familien entscheiden sich bewusst für Unterbach wegen der guten Bildungsangebote vor Ort. Eine Schulschließung würde die Attraktivität des Ortes für junge Familien mindern und langfristig zur Abwanderung führen.

Diese lange Verweildauer vieler Lehrpersonen zeigt, dass sich die Lehrpersonen wohl fühlen und die Schule Unterbach als attraktiven Arbeitsplatz schätzen. Dies widerspricht der Aussage der Schulpflege, dass es schwierig sei, Lehrpersonen für die Aussenwachten zu finden. Das ruhigere Umfeld der Aussenwachten wird in Zukunft mehr Lehrpersonen anziehen, die länger bleiben. Der Beweis dafür liegt – wenn man die Geschichte kennt – auf der Hand.

Die geplante Schliessung des Schulhauses Unterbach würde den Schülertransport stark belasten. Täglich müssten mindestens zwei Schulbusse den Berg hinauf fahren – einer nach Wald, einer nach Hinwil. Bereits heute gibt es Platzprobleme, so dass die Lehrpersonen die Kinder in privaten Fahrzeugen mitnehmen müssen. Die angedachte Lösung mit Schulbussen oder Taxis birgt zudem Unsicherheiten für Kinder und Eltern. Auch aus ökologischer Sicht ist ein vermehrter Schülertransport ins Dorf fragwürdig. Langfristig stellt sich die Frage, ob die Transportkosten nicht höher sind als eine Sanierung des Schulhauses. Eine nachhaltige Alternative steht noch aus.

Die geplante Schulschliessung ist weit mehr als der Verlust einer über 170 Jahre alten Bildungseinrichtung. Sie würde das soziale Zentrum der Aussenwacht Unterbach zerstören – einen Ort, der nicht nur der Bildung, sondern auch dem Gemeinschaftsleben dient. Kinder, Familien und Nachbarn würden ihren zentralen Treffpunkt verlieren, was den sozialen Zusammenhalt massiv gefährden und die Ortsgemeinschaft zwischen Hinwil und Wald stark belasten würde.

Seit dem Informationsschreiben der Schulpflege vom Januar 2025 beschäftigen wir uns intensiv mit der geplanten Schulschliessung. Dabei stossen wir immer wieder auf falsche oder irreführende Aussagen der Schulpflege, mit denen wir im Faktencheck aufräumen.

Seit Bestehen des Schulhauses Unterbach gibt es eine enge Verbindung zwischen den Schulen von Hinwil und Wald. 2008 wurde per Abstimmung beschlossen, dass Schul- und Gemeindegrenzen übereinstimmen sollen. Um längere Schulwege zu vermeiden, schlossen Hinwil und Wald einen Schülerzuteilungsvertrag. Die geplante Schließung von Unterbach gefährdet diesen Vertrag. Wald war in die Entscheidung nicht eingebunden und könnte künftig Kinder aus Schufelberg nicht mehr aufnehmen. Dies würde Hinwil zu neuen Lösungen zwingen – mit zusätzlichen Kosten für Schulbusse oder Umverteilungen.

Die Gemeinde Wald setzt auf die Förderung ihrer Aussenwachten, anstatt sie aufzulösen – ein Ansatz, der durch eine eigens in Auftrag gegebene Bachelorarbeit gestützt wird: Eine qualitative Untersuchung an der «Schule Aussenwachten» der Gemeinde Wald ZH. Während in Wald auf den Erhalt und die Stärkung der Aussenwachtenschulen gesetzt wird, scheint Hinwil trotz ähnlicher Voraussetzungen den entgegengesetzten Weg einzuschlagen.

Gemeinsam für die Zukunft unserer Kinder!

Wir brauchen Sie

Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger, Eltern, Grosseltern, ehemalige Schüler sowie Unterstützerinnen und Unterstützer auf, sich für den Erhalt unserer Schule einzusetzen. Lassen Sie uns gemeinsam ein starkes Zeichen setzen und zeigen, dass wir den Bildungsstandort Unterbach nicht aufgeben!